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Kaffe und Kuchen mit Kati M.

Bewertung:

Von Bruchpilot, Samstag, 21. September 2013, 00:02

Am Montag war es mal wieder so weit, meine XJ6 sollte ihren Wellness-Termin wahrnehmen.
Obwohl die Werkstatt eigentlich auf 3 Wochen hinaus ausgebucht war, konnte der 30.000 Kundendienst für meine kleine noch kurzfristig reingequetscht werden.
Eigentlich war es mir dann nicht mehr so dringend, nachdem ich den Kettensatz am Wochenende zuvor doch selbst getauscht habe, aber wenn der Kundendienst durchgeführt ist, dann kann man ja wieder unbesorgt Kilometer fressen.
Also am Montag Nachmittag bei meinem freundlichen vorbeigeschaut und die kleine in die Hände vom Werkstattleiter übergeben.
Kurzer Check am Motorrad ergibt, die Hauptuntersuchung ist bald fällig (weiss ich) und das Profil der Reifen wird für den TÜV wohl nicht mehr ausreichend sein (schnüff).
Wieder im Büro wird noch besprochen, was alles gemacht werden soll und was nicht (z.B. entfällt der Bremsflüssigkeitswechsel, der Wurde im Sommer beim Austausch der Bremsleitungen gegen Stahlflex mit gemacht).

Dann kommt die Frage: "Wirst Du abgeholt, oder brauchst Du was, um in die Stadt zu kommen?"
Klar musste ich irgendwie wieder nach Hause kommen (Busse sind doof :P), also wollte ich einen fahrbaren Untersatz haben, mit dem Verweis, dass es doch bitte diesmal nicht wieder das Playmobil-Gefährt sein sollte...
"Dann hätte ich noch einen 125er Roller für einen 10er am Tag" teilt mir der Mechaniker mit.
Nach der Frage, ob er nicht was mit Schaltung da hätte, fängt er an zu suchen und sagt "Schaut eher mau aus, Kunden haben schon drei unserer Motorräder zerlegt. Die würden aber auch 29 Euro am Tag kosten... Moment, du brauchst die ja nur bis morgen 17 Uhr... Da haben wir noch einer 390er Duke".
Darauf hin ich: :thumbsup: :clap:

Eine Minute später sah ich sie, meine Begleiterin für einen Tag.

Fesch kommt die kleine Österreicherin daher, ein Mix aus Weiss, Schwarz und natürlich viel Orange. Dezent ist zwar anders, aber sie ist auch nicht so grell, dass man Augenkrebs bekommen würde.
Trotz des eher kleinen Motors sieht sie zwar kompakt aber dennoch erwachsen aus.
Dann wird der Schlüssel eingesteckt und nachdem der Anlasser ordentlich georgelt hat, erwacht der Eintopf endlich zum Leben.
Da ich noch nie einen Einzylinder gefahren bin, bitte ich um eine kurze Einweisung. Die hält sich auch wirklich in Grenzen, da die 390er wohl keine Diva ist (auch wenn sie zum Starten etwas Gas haben möchte).
Das berühmte Kettenschlagen ist bei ihr so gut wie nicht vorhanden, lasse ich mir erzählen, nur möchte sie auf Drehzahl gehalten werden. Durch die Stadt mit 3000 Umdrehungen dahinrollen wird sie nicht mögen, bekomme ich zu hören.
Na gut, vor höheren Drehzahlen habe ich keine Angst.
Der Mechaniker verabschiedet sich, ich setze den Helm auf, schwinge mich auf den Sitz, stelle das Motorrad senkrecht (Huch! Die ist aber leicht!), klappe den Seitenständer ein und gleich kann es losgehen.
Also ersten Gang rein, etwas mehr Drehzahl und los gehts abgewürgt... :wand:
Na schön, mit viel Drehmoment ist sie also nicht gesegnet.
Nach einigem Rumgeorgel springt sie unwillig wieder an, na das kann noch heiter werden.
Am ersten Tag werde ich aufgrund von einsetzendem Regen nicht zum Fahren kommen, wird sich noch gleich rausstellen.
Die 150 Kilogramm fühlen sich nach noch weniger an, die Schaltung ist butterweich und die Bremse sehr knackig.
Nur die Größe macht mich stutzig. Ich bin mit 1,70m wahrlich kein Riese, aber selbst mir kommt die kleine Duke geradezu winzig vor.
Wie sieht dann ein 1,80m Mensch darauf aus? Wie der berühmte Affe auf dem Schleifstein?
Es setzt Nieselregen ein, das Mopped ist zwar eh schon dreckig, aber bei dem Wetter mag ich nicht fahren, es geht also nur vom Händler nach Hause.
Der nächste Tag bringt strahlend blauen Himmel mit einigen weißen Wolken und 15°C. Perfektes Motorradwetter.
Die Nacht in der Garage scheint der kleinen gut bekommen zu sein, sie springt ohne zu murren an und nach kurzer Warmlaufphase geht es los.
Die 390er duke erreicht ganz langsam ihre Wohlfühltemperatur, fast den ganzen Weg durch die Stadt scheint sich die Kühlwassertemperatur-Anzeige nicht von "min." wegbewegen zu wollen.
Nach ca. 5 Kilometern ist es dann doch so weit, Motor ist mittlerweile warm, es geht auf die ersten Abschnitte zu, wo auch mehr als Stadttempo erlaubt ist.
Also wird auch mal am Gashahn gezogen und durch die Gänge gesteppt. Die 44 PS ermöglichen der magersüchtigen Österreicherin durchaus beachtliche Beschleunigungswerte.
Klar, das ganze geschieht recht unspektakulär aber ich hatte auch keinen Ritt auf der Kanonnenkugel erwartet.
Obwohl ich auf einer meiner Stammstrecken unterwegs bin, lasse ich es nicht zu forsch angehen. Das Motorrad fährt sich ziemlich ungewohnt und ich weiss nicht, wieviel Schräglage mit den Reifen möglich ist.
Auf einem schnurgeraden Stück wird auch mal eben geprüft, wie schnell die duke denn wird: bei 158 und zwischenzeitlich wieder bergauf beginnen die Zahlenwerte auf dem Tacho wieder kleiner zu werden. Ganz ordentlich!
Beim Überholen braucht man auch keine Angst zu haben, unterwegs zu verhungern, vorausgesetzt man schaltet rechtzeitig zurück und hat keine Angst den Motor etwas höher zu drehen.
Im Kurvengeschlängel kriege ich einen kleinen Schrecken, im Cockpit leuchtet eine gelbe Warnlampe auf. Was ist jetzt los?! Hab ich zu hoch gedreht? Ist sie zu warm?
Das Rätsel ist eigentlich keines, ein Blick auf das LC-Display bringt Erleuchtung. Die Reserve ist soeben erreicht worden, die Dame hätte gerne etwas zu trinken.
Dann wird noch auf einem (sehr) schlecht asphaltiertem Stück das Fahrwerk getestet... Obwohl es durchaus straff und tendenziel hart ist, wird es niemals ungemütlich. Da könnte sich unsere XJ ein Stück von abschneiden.
Nach dem letzten holperigen Stück taucht auch schon der Bäcker auf, wo ich mir Kaffee und Kuchen und der Kati eine kurze Pause gönne.
Vom Bäcker aus wird schon wieder der Heimweg angetreten, ein kurzes Stück Bundesstraße und viel Stadtverkehr. Hier wird noch deutlich, dass der Einzylinder wirklich keine Drehzahlen unter 3-4 Tausend mag, da ist er zwar nicht direkt bockig, aber geschmeidig wirkt das nicht.
Am Nachmittag erreicht mich dann eine SMS, ich könne meine XJ abholen, da ich sowieso in der Nähe bin, stehe ich 5 Minuten später beim Händler auf der Matte.
Die Rechnung für die durchgeführte Inspektion wird noch erstellt, mein Schätzchen war eh tadellos in Schuss ;-)
Also wird die KTM zurückgegeben und wieder gegen meine Yamaha getauscht.
Der Tag mit der 390er duke war nur ein kurzer Flirt und obwohl sie wirklich ein tolles Motorrad ist, bin ich froh wieder die vertraute XJ zu fahren.
Es geht zwar alles nicht ganz so leicht von der Hand wie bei der knackigen KTM, aber die XJ ist halt immer noch mein Schatz.

Zum Schluss noch einige Bilder vom Leihmopped.
Eben Kaffee, Kuchen und eine KTM...


Racing KTM Schriftzug und das Ölschauglas, schöne Details


Der Underbody Auspuff


Schicker Gitterrohrrahmen und ein schön angelaufenes Krümmerrohr


Der Kettendurchhang muss penibel eingestellt werden

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Tags: KTM


Kommentare (1)

  • 1

    Von Jotti (Montag, 23. September 2013, 11:54)

    Ding dong!

    Für die 390er hätte ich die XJ6 auch mal einen Tag stehen lassen!
    Ausprobieren möchte ich die auch gerne, aber ob das diese Saison noch klappt!?
    Scheint DER Renner zu sein die halbstarke Kati, überall ausverkauft.
    Vielen Dank für deinen Fahrbericht :D

    LG Suse

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